Mikroben sind die Herrscher auf der Erde. Im Vergleich zu Ihnen sind Pflanzen und Tiere (wir Menschen eingeschlossen) nicht mehr als eine Laune der Natur. 

Mehr noch: wir leben nur, weil Mikroben den Lebensraum für uns überhaupt erst geschaffen haben.

Die Erde entstand als Klumpen im Weltall vor 4,5 Milliarden Jahre. Eine Milliarde Jahre später entwickelten sich die ersten Bakterien und vor 3 Milliarden Jahren begannen bestimmte Bakterienstämme durch ihre Stoffwechselaktivitäten die Atmosphäre mit Sauerstoff anzureichern. Mikroorganismen waren es auch die im Zusammenspiel mit Pflanzen (entstanden vor ca. 600 Millionen Jahren) den Humus, also die Grundlage unserer Ernährung, aufbauten.

Ein Vergleich hilft, diese für uns schwer fassbaren Zahlen einzuordnen. Wäre die gesamte Erdgeschichte ein Zeitraum von 12 Stunden auf einem Ziffernblatt, dann:

  • entstünden erste Mikroben um 2 Uhr
  • würden Mikroben um 5 Uhr beginnen, die Erde mit Sauerstoff anzureichern
  • Einzeller um 10 Uhr hinzu kommen und Pflanzen eine halbe Stunde später
  • erschienen die Dinosaurier gegen 11 Uhr auf dem Planeten und wären mit der Entstehung der Säugetiere um 11:30 Uhr wieder verschwunden

Erst 2 Sekunden vor Mitternacht würden die ersten „Modernen Menschen“ die betreten.

Mikroben hochspezialisierte Organismen und bevölkern den gesamten Erdball inklusive ihrer höher entwickelten Bewohner. Ohne das sie Ihre Wirkung entfalten existierte kein weiteres Leben auf unserem Planten – zumindest nicht, so, wie wir es derzeit kennen. 

Hier ein paar eindrucksvolle Fakten: 

Ein Institut in den USA hat mittlerweile über 20 Millionen verschiedene Spezies an Mikroben in seiner Datenbank. Und die Neuentdeckungen gehen permanent weiter.

Vermutlich 10.000 verschiedene Bakterienarten bevölkern den menschlichen Körper. Sie steuern unsere Verdauung, unser Immunsystem und sogar unser psychisches befinden. 

In einer Handvoll gesunden Humus befinden sich mehr Mikroben als es Menschen auf dem Planeten gibt. Pflanzen sind in ihrer Entwicklung abhängig vom Mikrobiom in ihrer Umgebung. Mikroben versorgen Pflanzen mit Nährstoffen, Wasser und machen sie widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Werden Mikrororganismen im Erdreich durch Dünger, Pestizide, Pflügen oder sonstige zerstörerische landwirtschaftliche Aktivitäten vernichtet, hat das direkte negative Auswirkungen auf die Nutzpflanze.

Autor: Dietmar Spriwald