Der Fokus der ÖWA liegt auf Landwirtschaft und Ernährung der Zukunft — hier besteht dringender Handlungsbedarf. Weder die globale noch die deutsche Landwirtschaft sind in ihrer derzeitigen Form zukunftsfähig. Beide sind zwar hochproduktiv, verursachen aber untragbare ökologische Folgekosten.

30 Prozent aller globalen Treibhausgase werden durch die Landwirtschaft verursacht. Hinzu kommen massive Umweltschädigungen durch den Einsatz von Giften, chemischen Düngern und Monokulturen. Und da reden wir noch nicht von Auswirkungen der Massentierhaltung auf unsere Ökosysteme und dem Leid, das wir Tieren zufügen.

Die Agrarproduktion der EU im Allgemeinen und und die deutsche Landwirtschaft im Besonderen sind eng mit dem Weltmarkt verbunden. Transnationaler Handel von Agrarprodukten richtet zudem allzu oft soziale und wirtschaftliche Schäden in Entwicklungsländern an, wo einheimische Produzenten nicht wettbewerbsfähig sind, weil Importprodukte wegen Subventionen in den Herkunftsstaaten kostengünstiger angeboten werden können. 

Weltweit leidet fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Deutlich mehr als zwei Milliarden Menschen sind übergewichtig. Zum ersten mal in ihrer Geschichte erkranken mehr Menschen auf der Welt an den Folgen falscher ungesunder Ernährung als an Lebensmittelmangel.

Ohne das landwirtschaftliche und eng damit verbundene Ernährungsproblem zu lösen, werden wir weltweite und auch deutsche Nachhaltigskeitsziele nicht erreichen.